Stiffmaster hat geschrieben: ↑06 Mär 2025, 16:08
Mjölnir hat geschrieben: ↑06 Mär 2025, 15:37
Mufflon hat geschrieben: ↑06 Mär 2025, 15:12
Es geht darum:
- wer sammelt die Daten? Wenn das der Staat macht, habe ich weniger Probleme. Aber wenn es Private (Klubs, Security) sind, geht das gar nicht.
- Alle haben wir - zum Glück - Grundrechte wie Versammlungs- und Meinungsäusserungsfreiheit. Wenn ich (männlich, Ü50, oberes Kader, Familie, keine Vorstrafen, geschweige denn jemals Stadionverbot) aber mit 10 Kumpels friedlich vor dem Stadion in Zugoslawien bin, einen HCD-Schal trage und wir Pro-HCD-Lieder singen, kann man ein 24-stündiges Rayon-Verbot für den Kt. Zug erhalten. Merkst du es? Stichworte: Verhältnismässigkeit, Generalverdacht, Willkür, Ermessenspielraum.
Erstens will ich das nicht riskieren und zweitens erwarte ich solche juristisch sehr fraglichen Massnahmen nicht in der Schweiz und schon gar nicht bei einer Sportveranstaltung. Wenn ich in einem Mob mit Vermummten, Pyro-schmeissenden, an die Wand pissenden und randalierenden Personen wäre, dann könnte ich es noch verstehen. Aber nur weil meine Clique sich als HCD-Fans outet und identifizierbar ist, will ich nicht kriminalisiert und mit einem Rayon-Verbot belegt werden. Bei uns in der Schweiz gilt noch immer, dass die Polizei mindestens einen Anfangsverdacht haben muss. Alles andere ist Willkür. Sonst könnte man mir ja vorsorglich für jedes HCD-Spiel mal ein Rayon-Verbot auferlegen.
Darum ist es wichtig, dass die Fan(szenen) aufbegehren und Zeichen setzen. Und zwar sicht- und spürbare Zeichen.
Deine Argumentation in Ehren, verstehe ich. Aber so oder so dürfte Zug kein Stadionverbot in deinem Beispiel aussprechen, da sie sich damit über das CH-Gesetz stellen würden. Die Argumente dafür, lieferst du ja direkt selbst. Ich glaube auch nicht, dass es tatsächlich so durchgesetzt wird, da es schlicht nicht möglich ist, weil es gegen das CH Gesetz verstösst mit dem Verdacht etc. Sollte dies Zug tatsächlich so handhaben, müsstest du es provozieren und dann vor Gericht zerren. OK wir sind nicht in Amerika, aber dort wäre der Club dann Geschichte.
Du lebst in einer schönen Traumwelt..
1. Stadionverbote spricht der Heimclub in Ausübung von Hausrecht aus und braucht hierfür keine besonderen Gründe. Die Liga übernimmt die SVs dann gemäss Reglement automatisch für alle Stadien. Das kannst Du bei keinem Gericht anfechten und man ist dem vollkommen ausgeliefert. Passiert leider regelmässig und ist auch in Zug schon passiert.
2. Im Kanton Zug wurden zudem zu Beginn der Saison mehrere HCD-Fans, die während dem Spiel vor dem Stadion friedlich in Ausübung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit gegen die ID-Scans protestieren wollten, ohne weitere Abklärungen für 24 Stunden aus dem Kantonsgebiet weggewiesen, weil sie eine "Gefährdung für die öffentliche Sicherheit" gewesen seien. Das Beschwerdeverfahren hiergegen ist noch hängig. Bis aber da eine übergeordnete Behörde oder ein Gericht die Rechtswidrigkeit eines solchen Vorgehens feststellt dauert es Monate bis Jahre.
Insofern bin ich völlig bei Mufflon. Auch Eishockeyfans sind Bürger dieses Landes und haben Rechte. Die Zuger Behörden haben sich stattdessen für Generalverdacht und Repression entschieden. Von den datenschutzrechtlichen Problemen beim "ID-Scan" durch private Sicherheitsdienste fange ich gar nicht an...
Zum Thema "der HCD braucht die Unterstützung": Weder der HCD noch irgendein Fan hat Anspruch darauf, dass die Fanszene an einem Spiel Stimmung macht. Irgendwo gibts halt einfach Grenzen.
Es geht um die Beispiele oben - von wegen "vor dem Stadion singend mit Kind und Familie blabla" - für sowas darf dir auch der Heimclub kein Stadionverbot aussprechen. Wenn du aber in einem Mob gesehen wirst, der Scheisse baut, dann sieht das ganze etwas anders aus. Aber das ist logisch. Aber auch dann dürfen Sie nicht willkürlich ein Stadionverbot aussprechen ala "mitgehangen mitgefangen" die Beweislast liegt beim Heimclub, da ist das Schweizer Recht ganz klar also hört auf mit diesen Ausreden.
Und ja doch, du kannst ein Stadionverbot sehr wohl vor dem Gericht anfechten, und wenn es nicht rechtens ist, dann wird das auch zurückgezogen (aber ja, dauert Ewigkeiten=. Auch der EVZ steht nicht über dem Recht. Das die Behörden dafür lange brauchen ist ebenfalls klar.
Ich komme zurück zum Ausgangspunkt. Der EVZ lässt Willkür walten. Also setzt euch halt mal mit der HCD Geschäftsstelle zusammen am besten noch mit anderen Club's und sorgt dafür, dass es dem EVZ in Davos ebenfalls so beschissen geht, wie uns in Zug?! Die Energie die ihr jeweils in diese Boykott's reinsteckt wäre definitiv besser anderswo aufgehoben. zB. wie gesagt, mit anderen Club's/Vereine etc. einen Konsens suchen/ausarbeiten usw.
Dass sie Willkür walten lassen, ja, das ist definitiv so. Aber was spricht denn dagegen, trotzdem hinzugehen, den HCD zu unterstützen und halt mal die primitiven Schlägereien etc weg zu lassen?
E: Soviel ich weiss wär der Gästesektor trotz dem Boykott zumindest bei einem EVZ-HCD Spiel Randvoll.... nur die Stimmung fehlte. Bringt also nicht viel. Der Block wird voll sein - schade für die Mannschaft weil es Leute sein werden die keine Stimmung machen/wollen.
E2: Wurde der EVZ mal angefragt was mit den Daten passiert? Der Datensammler muss dir als Datengeber offenlegen wo diese gespeichert und wie weit die verwendet werden.
Ausserdem nach CH-Recht dürfen diese Daten nur eine begrenzte Zeit lang aufbewahrt werden. Jeder 0815 Bürger hat somit ein Anrecht auf diese Infos.